Länge 12 km
Dauer 3 h
Anspruch Normal, 400 Hm, Zum Höhenprofil
Sehenswertes Goßdorfer Raubschloss, Kohlichtgraben
Aussichten Hankehübel, Waitzdorfer Höhe und Aussicht
Einkehrmöglichkeit Waitzdorfer Schänke, Imbiss im Goßdorfer Bad (Sommermonate)
Anfahrt Pkw oder S-Bahn bis Bad Schandau und mit der Sebnitztalbahn bis Kohlmühle

Ruhe gesucht? Hier ist Ruhe garantiert!
Das Sebnitztal spendet nicht nur Schatten sondern fristet touristisch ein Schattendasein. Und das liegt sicher nicht an landschaftlichen Defiziten. Goßdorfer Raubschloss und Hankehübel wären echte Höhepunkte einer jeden Wanderung. Und abseits von Waitzdorfer Aussicht und Schänke ist die Ochel eine Oase der Einsamkeit, der Rückweg durch den wild-romantischen Kohlichtgraben krönt einen abwechslungsreichen Ausflug.

Pack die Badehose ein! ist unsere Empfehlung für heiße Tage, lädt doch auf halber Distanz das Goßdorfer Freibad zu längerer Verweildauer ein. Doch zuvor soll auf jeden Fall ein Stück gewandert werden...

Kohlmühle empfehlen wir als Ausgangspunkt, da dann die einzige sichere Einkehrmöglichkeit (Waitzdorfer Schänke) nach ca. 2/3 der Wanderung erreicht wird. Mit dem Pkw finden sie in der Nähe des Bahnübergangs mehrere Parkmöglichkeiten. Bahnreisende aus Richtung Dresden müssen zwar in Bad Schandau umsteigen, aber die Anbindung an die Sebnitztalbahn ist gar nicht so schlecht, sodass man gut auf eine individuelle Anfahrt verzichten könnte.

In Kohlmühle ist es unerheblich, ob sie sich - in Wanderrichtung betrachtet - rechts (hinter dem Bahnübergang) oder links (Anwohnerstraße) des Sebnitzbaches halten - nach knapp 500m vereinen sich beide Varianten in Höhe einer Gartenanlage linksseits des kleinen Flusses. Weitläufig wird eine Aue umlaufen bis nach erneuter Flussquerung ein schmaler Waldgürtel passiert wird.

Über die Anlagen der ehemaligen Schmalspurbahn Kohlmühle-Hohnstein, die 1897 in Betrieb genommen und 1951 stillgelegt wurde, wäre ein kurzer Zugang ins Schwarzbachtal möglich - mit unserem Ziel Goßdorfer Raubschloss ist es allerdings günstiger, dem Malerweg weiter zu folgen, bis er rechts hinauf nach Altendorf leitet. An dieser Stelle lassen sich noch Überbleibsel der Buttermilchmühle erkennen, die einst, nach Aufgabe des Mühlenbetriebs, als beliebte Einkehr und später als Ferienheim diente und 1985 infolge eines Blitzschlags restlos niederbrannte. Links beginnt das Schwarzbachtal und etwa 100m nach der Bahnunterführung der Aufstieg zum Raubschloss.

Von Burg Schwarzberg, so der eigentliche Name des Goßdorfer Raubschlosses, sind nur noch rudimentäre Fragmente der Grundmauern erhalten. Die heutigen "Ruinen" ließ der Rittergutsbesitzer von Ulbersdorf 1858 zur Erinnerung an die mittelalterlichen Anlagen errichten.

In westlicher Richtung wird eine Talsohle durchschritten. Der Weg steigt in Richtung Goßdorf stetig, mit dem Hankehübel liegt eine grandiose und dennoch kaum bekannte Aussicht unmittelbar am Wegesrand. Der Unger ist im Norden zu sehen, Richtung Westen zeichnen die Affensteine ab. Südlich ragen die Tafelberge auf und nach Westen hin kommt das nächste Ziel, die Waitzdorfer Höhe, ins Sichtfeld.

Von der Aussicht halten sie auf die ersten Grundstücke von Goßdorf zu und über die dortige Anwohnerstraße geht es hinab zur Dorfstraße (Bergstraße). Da hier i.d.R. kaum mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist, folgen sie der 200m Straße bergan, bis links an einer Art Dorfplatz eine parallel verlaufende Anwohnerstraße beginnt. Weitere 200m sind es bis zum Bad.

Während der Saison ermöglicht hier ein Imbiss eine kleine Stärkung. Die ehemalige und recht beliebte Kneipe wurde nach Streitigkeiten zwischen Betreiber und Verpächter aufgegeben. Die Goßdorfer Webseite beschreibt den Zustand als "im Umbau begriffen", aber ob es je zur Neueröffnung kommt, ist mehr als fraglich.

Am Hang jenseits des Bades sind etliche historische Landmaschinen ausgestellt. Auf der Anhöhe folgen sie dem Plattenweg nach rechts bis zur Straße und entweder dieser selbst oder dem Pfad links (Feldrand) davon hinab. Gleich nach der Senke beginnt links die Zufahrt zur Gartenanlage "Die Lade". Sobald nach der Anlage der Weg "Kohlichtgraben" eine Linkskurve beschreibt, geht es rechterhand stetig ansteigend durch den Wald (Schulweg) weiter. Nach 800m laufen sie die Straße nach links und halten sich dann rechts stets am Waldrand hinauf zur Waitzdorfer Höhe. Diese gerade überschreitend, folgen sie am Waldrand dem "Leichenweg" in Richtung der Häuser. An der Waldecke führt der linke Weg direkt zur Waitzdorfer Schänke.

Am Parkplatz südlich der Gaststätte weist die Ausschilderung des Malerweges nach rechts, dessen Ausschilderung sie letztlich bis zum Ausgangspunkt der Wanderung führt.

Mit der Waitzdorfer Aussicht liegt einer der umfassendsten Rundblicke über die Sächsische Schweiz unmittelbar am Wegesrand. 200m südlich der Aussicht biegt der Malerweg nach links ab und trifft nach einer Lichtung auf einen Forstweg, der links sehr schnell zurück nach Waitzdorf führen würde. Sie folgen diesem nach rechts, wo er zunächst eben, später abfallend gerade aus führt, bis eine weite Linkskurve zum Kohlichtgraben leitet. Dieses schmale und oft feuchte Tal wartet in strengen Wintern mit grandiosen Eisformationen auf. Aber selbst ohne diese vermisst man eigentlich nur die nötige Distanz, um die Reize länger auskosten zu können. So endet der Spaß nach 700m auf der Straße, die links hinauf nach Goßdorf führt und deren Anstieg unter Radfahren als die Herausforderung in der Region gilt. Das Verkehrsschild, das hier 18% Steigung verspricht, untertreibt - es sind in der Spitze 27%!

Aber die Wanderung führt nach rechts und erreicht in Kürze den Startpunkt. Mit dem Mickennest existiert kurz vorm Ziel eine Gaststätte, deren Status bez. Öffnungszeiten ungewiss ist.

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