Länge 14,1 km (ca. 9 km bei Verzicht auf Gautzschgrotte und Hockstein)
Dauer 4-5 h(3 h für die Sparversion)
Anspruch Anspruchsvoll, 440 Hm , der Verzicht auf den Hockstein spart gut 100 Hm
Sehenswertes Gautzschgrotte, Bärengarten, Wolfsschlucht
Aussichten Hocksteinaussicht, Brandaussicht, Hafersackaussicht
Einkehrmöglichkeit Gasthaus Polenztal, BrandhotelWaltersdorfer Mühle (Imbiss)
Anfahrt Pkw

Waldbrände müssen in in früheren Zeiten regelmäßig auf dem Plateau zwischen Polenz, Tiefem Grund und Hohnstein gewütet haben - so zumindest erklärt man sich die Abstammung des Namens. Heute lässt sich "Brand" bestens in der gleichnamigem Baude löschen und das an einer der berühmtesten Aussichten der Sächsischen Schweiz. Und in strengen Wintern lockt die Wanderung mit gänzlich anderen Reizen. Die Polenz friert zu, die Hänge sind vereist und in den Grotten der Terrasse bilden sich beeindruckende Eiszapfen. Der Anspruch der Wanderung lässt sich durch Abkürzungen deutlich reduzieren - wir gehen in der Beschreibung darauf ein.

Der typische Ausgangspunkt für diese Wanderung - und entsprechend beginnt dort die Beschreibung - wird Hohnstein sein. Busverbindungen existieren, aber der Pkw wird wohl für die Anreise bevorzugt werden. Parken sie am alten Bahnhof oder (ebenso kostenpflichtig) noch ein Stück weiter in südliche Richtung. Der Parkplatz am Hockstein und die wenigen Möglichkeiten im Polenztal sind ebenso geeignet. An langen Sommertagen ist für motivierte S-Bahn-Anreisende der Anmarsch von Rathen (ab Fähre durch den Ort bis zur Feuerwehr, dann links den Füllhölzelweg, später Scheibenweg zum Ziegenrücken und Abstieg zur Waltersdorfer Mühle im Polenztal, 3,3 km) zu empfehlen.

In der Annahme, dass sie ihr Fahrzeug am Alten Bahnhof abgestellt haben, wenden sie ihre Schritte auf der Brandstraße nach Süden. Gleich die erste abzweigende Straße nutzen sie, um auf die westlich parallel verlaufende Straße zu wechseln. Am Hotel Ambiente endet die asphaltierte Piste (hier befindet sich auch die letzte Parkmöglichkeit).

Etwa 2,5 km könnten sie abkürzen, wenn sie auf den Halbenweg durch den Steinbruch und die Gautzschgrotte verzichten. In dem unwahrscheinlichen Fall steigen sie den rechts hinter dem Personalparkplatz beginnenden Pfad direkt zum Schindergraben ab.

Ansonsten laufen sie gerade aus in den Wald hinein, passieren eine Köhlerhütte und halten sich nach gut 600m rechts hinab in den Steinbruch. Nach weiteren 200m weitet sich der Durchbruch zu einem Kessel. Der rechts startende Halbenweg windet sich mehr oder weniger eben um etliche Riffe und führt letztlich zum Schindergraben.

Bereits nach 50m befindet sich der Zugang zur Diebshöhle, einem großen Überhang im Talabschluss, der im Winter mit imposanten Eiszapfen zu begeistern vermag. Im dritten Taleinschnitt, zwischen Kleinen und Großen Halben, befindet sich der Zugang zur riesigen Gautzschgrotte. Durchschnittlich nur aller zehn Jahre schafft es in strengen Wintern die durch Tropfwasser gespeiste Eissäule in vollendeter Gestalt zu erscheinen.

An der Spitze des Großen Halben führt ein kurzer Abstieg zu einer Aussicht über das Polenztal. Lohnender ist da der Blick zur Burg Hohnstein, der sich nördlich des Klettergipfels eröffnet. Kurz nach einer Brücke, die einen selten Wasser führenden Zulauf des Schindergrabens überspannt, zweigt der Weg links in den Graben hinab.  Große Teile der 1609 errichteten Mauer, die als Bärenzwinger diente, sind noch immer erhalten. Da der Weg Teil des Hohnsteiner Lehrpfades ist, passieren sie immer wieder Informationstafeln, sodass wir an dieser Stelle auf umfassende Erläuterungen verzichten.

Im Tal angelangt, müssen sie sich entscheiden, ob der vergleichsweise anstrengende Anstieg zum Hockstein ins Programm genommen werden soll oder sie unmittelbar talwärts streben. Zumindest bei guten Sichtbedingungen ist der Aufstieg zu empfehlen, daher geht es ein Stück rechts talauf, bis die Ausschilderung links den Zugang ankündigt.  Wir empfehlen, den steileren Zustieg durch die Wolfsschlucht zu nehmen, der mit einem grünen Strich markiert ist, zunächst zum Fuße des Hocksteinfelsens leitet, um dann auf gegenüberliegender Seite durch den Fels zu führen.

Von der Hocksteinkanzel schweift der Blick über das tief unten liegende Polenztal hinüber zur Stadt Hohnstein.

Nach den langen engen Passagen des Aufstiegs können sie sich leicht ausmalen, wie unangenehm stetiger Gegenverkehr dort wäre. Daher raten wir, zumindest wenn reger Wanderverkehr herrscht, den Rückweg über den Kohlichtgraben anzutreten. Der quert zwar zweimal die Hauptstraße und verlängert geringfügig die Strecke, ist dafür aber auch deutlich bequemer zu begehen. Der Zugang befindet sich etwa 200m westlich des Hocksteins.

Im Polenztal führt der Wanderweg nun kaum merklich absteigend rechtsseitig des kleinen Flusses. Zur Zeit der Märzenbecher, wenn sich an den berühmten Wiesen weiter oben im Tal die Zahl der Besucher denen der Blümchen annähert, treffen sie auch hier auf die Pflanzen. Zwar ist der Bewuchs nicht so reichhaltig, aber mit Sicherheit trifft das ebenso für die Zahl der Touristen zu. Im Winter, Märzenbecher sind nun nicht zu erwarten, wartet das Tal mit großflächigen Vereisungen auf. Im Laufe der Strecke eröffnet sich ein Blick auf den Polenztalwächter - upps, falsches Bild: das hier ist der Blick. Nach knapp 3km erreichen sie die Walthersdorfer Mühle mit einem, falls geöffnet, einfachen und preiswerten Imbiss.

Unmittelbar unterhalb der Mühle wird die Polenz gequert. Links führen zwei Wege auf das Plateau. Der links weiter führende Neuweg wäre als Abklürzung (ca. 3km kürzer) zu empfehlen, falls sie nicht noch zur Brandaussicht wandern möchten. In der Karte haben wir den Schulzengrund gewählt, der landschaftlich wohl auch Reizvollere (wie immer ist das Ansichtssache) der beiden Aufstiege.

Auf der Brandstraße ist es nach rechts nicht mehr weit bis zur Brandbaude mit der berühmten Aussicht.

Wenn sie von der Baude noch ein Stück in Richtung Brandstufen laufen, gelangen sie zum Zugang der Aussichten über den Hafersäcken. Seit der Forst vor wenigen Jahren dort einen Kahlschlag vornahm, kann der Blick als durchaus lohnend gepriesen werden (zumindest bis die nachwachsenden Bäume wieder die Oberhand gewinnen).

Wenn sie nun die Brandstraße, auf der sie das letzte Stück zur Baude zurück gelegt hatten, in Gegenrichtung folgen, gelangen sie zwangsläufig zum Ausgangspunkt. Da die breite Forststraße nicht jedes Wanderherz erfreut, ermöglicht der Rundweg, der nach einem Kilometer links abgeht, später der Neuweg, eine die Distanz nicht verlängernde Alternative.

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