Länge 13,0 Kilometer
Dauer 3–4 Stunden
Anspruch Normal, 375 Höhenmeter, zum Höhenprofil
Sehenswertes Ruine Gersdorf, Steinpilz, Zwieselquelle, Hochstein
Aussichten Panoramahöhe, am Fuße des Hochsteins (Rektor-John-Platz), im Bereich Gersdorf
Einkehr Panoramahöhe, weitere Möglichkeiten in Berggießhübel
Anfahrt Am bequemsten sind die Ausgangspunkte mit dem Pkw zu erreichen. Am in der Karte empfohlenen Startplatz stehen mehr als ausreichend kostenfreie Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Ökologisch opportun reisen Sie mit der Buslinie 219 ab Pirna Bahnhof an. Starten Sie in Berggießhübel (Haltepunkt Giesenstein) am besten mit dem Aufstieg zum Hochstein, dann ist die Zusatzstrecke kaum der Rede wert.

„Weder Fisch noch Fleisch“, meint der Geologe. Zum Osterzgebirge zählt die Gegend nicht und auch nicht zum Elbsandstein, obwohl mehr Sandstein den Weg säumt als in einigen anderen Ecken der Sächsischen Schweiz. Die Wanderung verläuft im Elbtalschiefergebirge, einer Zone des Übergangs zwischen beiden Gebirgsformationen. Der Kletterer muss hierher, will er die oft bescheidenen Gipfel am Rande der Sandsteinplatte sammeln. Der Wanderer könnte hierher, um eine ruhige und abwechslungsreiche Gegend zu erkunden.

Aussichten täte es reichlich geben – wenn denn irgendwer selbige freihalten würde. Die Steiganlage auf den Hochstein hätte wohl niemand angelegt, wenn es von den Resten des Tafelbergs keine Aussicht gegeben hätte. Die Kleine Bastei trüge nicht ihren Namen, ermöglichte ihre Kanzel nicht einst einen freien Blick über das Tal. Und selbst die zahlreichen Rastplätze entlang der Zehistaer Wände lassen erahnen, dass ein gerodeter Hang vor langer Zeit den Blick auf Berggießhübel freigab.

Hofften Sie nun auf grandiose Aussichten, dann täten Sie gut daran, sich einer anderen Wanderung zuzuwenden.

An der riesigen Parkfläche an der Gersdorfer Straße, fast exakt im Sattel zwischen Berggießhübel und Gersdorf gelegen, startet die Wanderung. Es geht kurz auf der Straße gen Westen und wenige Schritte jenseits der Anhöhe eröffnet sich ein weiter Blick hinüber zu den Ausläufern des Osterzgebirges. Rechts weist die grüne Markierung in einen Hohlweg, der in einen längst aufgelassenen Steinbruch führt und ihn bald wieder mit einem kurzen Anstieg linker Hand verlässt.

Oberhalb einer Weide folgt der zunehmend breiter werdende Weg dem Waldrand, durchschneidet kurz den Forst, um dann links eine als Stein- und Heulager genutzte Lichtung zu passieren. Am folgenden Abzweig (Wegweiser) verlassen Sie vorerst die grüne Markierung und wandern nach links in Richtung Gersdorf, wo Sie im Ort – nach etwa 500 Metern – erneut auf eine grüne Ausschilderung treffen. Scharf rechts folgt ein Anstieg zurück in den Wald, an dessen Ende links der Zugang zur Gersdorfer Ruine mit 5 Minuten ausgewiesen ist.

Die Ruine, ein vermutlich im 18. Jahrhundert aufgeschichteter Bogen aus Sandsteinquadern, war einst ein beliebter Aussichtspunkt, der dank einer Radierung von Adrian Ludwig Richter einige Bekanntheit erlangte, später in Vergessenheit geriet und heute völlig aussichtlos ist.

Sie eilen zum letzten Abzweig (der mit dem 5-Minuten-Hinweis) zurück und wandern nun geradeaus (nicht ausgeschildert). Treffen Sie nach etwa 200 Metern auf eine Lichtung, stimmt die Richtung. Entdecken Sie am Ende der Lichtung erneut die grüne Markierung, sind letzte Zweifel beseitigt. Nur kurz geht es nach links weiter, bis Sie an der folgenden Wegegabelung dem grünen Punkt nach rechts zu den Felsenbrücken folgen.

Der schmale Pfad zum ausgewiesenen Steinernen Pilz stellt einen empfehlenswerten Abstecher dar. In weitem Bogen führt er oberhalb eines kurzen Sandsteingürtels entlang, um nachfolgend wieder zum direkten Wanderweg zu führen. Der Steinerne Pilz befindet sich tatsächlich in angegebener Nahdistanz, allerdings durch die Schonung perfekt getarnt und somit leicht zu übersehen. Unmöglich zu verfehlen sind die Stufen an den Felsenbrücken, die zu einem kleinen Plateau führen, das eine stark eingeschränkte Aussicht auf Berggießhübel ermöglicht.

Östlich führt der Weg stets leicht nach links driftend zurück zum Hauptweg, auf den Sie oberhalb eines Taleinschnitts treffen. Rechts beginnen die sogenannten Zehistaer Wände, ein durch Steinbrucharbeiten modellierter Felsriegel, oberhalb dessen der Weg nach Osten führt. Zahlreiche Rastplätze laden zum Verweilen ein. Leider aussichtslos …

Die vielbefahrene Straße, die Sie zwangsläufig queren müssen, kündigt sich durch ihren massiven Lärm frühzeitig an. Mitunter ist es der Gesundheit förderlicher, nicht unmittelbar am Ende der Leitplanke die Fahrbahn zu queren, sondern für die bessere Einsicht auf die Straße noch etwas weiter zu gehen. Die Wanderung folgt kurz der Anwohnerstraße, die in einer Linie jenseits der Straße liegt.

Sie folgen der Siedlungsgrenze (weiterhin grüner Punkt) und wählen am ersten Abzweig im Wald den linken Weg (also praktisch geradeaus) und auch am Rastplatz der folgenden Kreuzung behalten Sie die Richtung bei (Ausschilderung zur Kleinen Bastei). Am Waldrand ist, jenseits vom Feld, der Cottaer Spitzberg zu sehen. Allerdings von seiner unspektakulären Seite, die ihn zu einem unscheinbaren Hügel degradiert.

Den Zugang zur Kleinen Bastei erreichen Sie rechter Hand nach wenigen Schritten. Der Umweg dorthin ist kaum der Rede wert, so dass sich die Enttäuschung ob der fehlenden Aussicht hoffentlich in Grenzen halten wird. Die Pfadspuren führen weiter östlich zurück zum Feldrand und unmittelbar darauf weist die Ausschilderung scharf rechts ins Tal hinab. Die Zwieselquelle ist nicht sonderlich attraktiv und die doch interessante Strecke durch das verblockte Terrain leider viel zu kurz. Sie erreichen eine Anwohnerstraße („Zur Kleinen Bastei“) und folgen dieser hinab zur Talstraße, die Sie queren und die beginnende, sanft ansteigende Forststraße („Kohlweg“) bis zur Eisenstraße nehmen.

Nach rechts abbiegend gelangen Sie rasch zurück nach Berggießhübel, wo Sie die Hohe Straße überqueren und der weiterhin als Eisenstraße ausgewiesene Anwohnerstraße durch das Wohngebiet folgen.

Der „Kirchberg“, auf den Sie treffen, ergäbe (talwärts nach rechts) eine deutliche Abkürzung der Strecke. Da allerdings mit dem Turm auf der Panoramahöhe der Aussichtspunkt der Wanderung schlechthin wartet – und eine gemütliche Einkehr als Bonus dazu –, kreuzen Sie die Straße und schlendern den gemächlich ansteigenden Weg über freies Feld.

Am Waldrand führt Ihr Weg später nach rechts weiter – nachdem Sie der gut 300 Meter entfernten Panoramahöhe Ihre Aufwartung gemacht haben.

Vom letzten Punkt ausgehend, folgt der Wanderweg dem Waldrand, schneidet eine Waldzunge, in der Sie auf einen weiteren Abzweig treffen. Ob Sie hier erst rechts und später auf dem Feld nach links wandern oder erst links, um dann rechtshaltend weiterzugehen, ist unerheblich. Sie erreichen den Poetenweg oberhalb des Flüsschens Gottleuba und unmittelbar darauf den Kirchberg. Jenseits der Gottleuba laufen Sie auf der Talstraße nach links, bis nach etwa 150 Metern rechts der Hochsteinweg den Zugang zum gleichnamigen Berg darstellt.

Die Anwohnerstraße wird zunehmend steiler und führt bald als Forstweg zum Hengststein, einem Gedenkstein an den gleichnamigen Steiger, der 1845 einen Grubeneinsturz unbeschadet überstand. Links führt die Karlsleite steil bergan, passiert das Mundloch des „Tiefen Hammerzecher Stolln“, um dann als Hohlweg zu einer Lichtung zu leiten, die mit dem Rektor-John-Platz eine beachtenswerte Rundsicht über Teile Berggießhübels bis hin in die Sächsische Schweiz bietet. Ein schmaler Pfad schneidet den steilen Hang und bringt Sie direkt zum Aufstieg auf den Hochstein, dessen Plattform zwar reichlich Ruhe aber leider keinerlei Aussicht bietet.

Ein wenig Orientierungssinn ist gefragt, wenn Sie vom Fuße der Stufen in östliche Richtung die Pfadspuren wählen, um den Verwitterungen des Sandsteins mit den magischen Namen Zwei Schwestern, Teufelskuppe oder Bügeleisen einen Besuch abzustatten. Absteigend von der letzten Kuppe gelangen Sie an eine Schutzhütte, von der aus es nach rechts absteigend durch einen Buchenhain weitergeht.

Am Waldrand halten Sie auf die beiden Grundstücke zu, über deren Zufahrt Sie die Gersdorfer Straße erreichen. Hier trennen Sie nur noch 250 Meter gemäßigten Anstiegs vom Ausgangspunkt.

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