Länge 14 Kilometer (13 Kilometer ohne Einkehr)
Dauer 4 Stunden
Anspruch Anspruchsvoll, 530 Höhenmeter, zum Höhenprofil
Sehenswertes Dolský mlýn (Grundmühle), Bunker, Kamenická Stráň (Kamnitzleiten)
Aussichten Nur wenige (mäßige) an den Hängen des Růžovský vrch (Rosenberg). Zwar nicht unmittelbar im Wegverlauf gelegen, bietet der Pastevní vrch (Hutberg; ca. 15 Minuten vom Parkplatz) nördlich von Růžová (Rosendorf) eine grandiose Rundumsicht.
Einkehr Auf der Runde nur in Srbská Kamenice (Windisch Kamnitz), dafür gleich mehrere.
Anfahrt Pkw, in Růžová östlich nach Kamenická Stráň fahren, ca. 200 Meter nach dem Ortsausgang befindet sich ein großer Parkplatz

Zweifellos ist er der formschönste Vulkan und – innerhalb der Nationalparkgrenzen – auch die höchste Erhebung. Der Růžovský vrch dominiert die Landschaft und wird dennoch kaum aufgesucht. Abgeschiedenheit und Ruhe sind garantiert. Zumindest auf dem ersten Teil der Wanderung, bevor Sie mit Srbská Kamenice, einer Ortschaft mit zahlreichen Fachwerkhäusern, in eine touristisch erschlossene Region eintauchen. Die Ruinen des Dolský mlýn sorgen zum Abschluss für den passenden Kontrast – dass Sie dort allein sein werden, ist nahezu ausgeschlossen.


Gut 200 Meter nach den letzten Häuser von Růžová (Rosendorf) sind die Parkmöglichkeiten mit der großen Informationstafel nicht zu verfehlen und der freie Blick zum „Nordböhmischen Olymp des Zappenlandes“, wie der Růžovský vrch (Rosenberg) von der einst deutschen Bevölkerung genannt wurde, gibt die Wanderrichtung eindeutig vor. Bis zur Waldgrenze geht es auf dem gelb markierten Wanderweg eben dahin, bis 150 Meter darauf die Forststraße vorerst der Höhenlinie folgt, der Wanderweg jedoch direkt den Hang schneidet, um einen halben Kilometer später nochmals zusammenzutreffen.

Der nach rechts oben ziehende Forstweg endet alsbald und links führen Pfadspuren weiter, die oft nur dank der Baummarkierungen als Weg wahrnehmbar sind. In steilem Terrain – der Namensursprung des Berges wird im mitteldeutschen Wort „rosze“ (für „steil“) vermutet – tangiert der Pfad einen alten Steinbruch, an dessen oberem Abbruch sich eine der wenigen Stellen mit relativ freier Sicht auf das Umland befindet.
Ausladende Serpentinen mindern die Steigung und verlängern die Distanz. Unterhalb eines Sandsteingürtels zieht der Weg nach Osten. An lichten Stellen im Buchenwald ist der Blick kurz frei auf den Studenec (Kaltenberg) im angrenzenden Lausitzer Gebirge (Lužické hory).

Im Sattel, den Sie bald passieren, liegt der Anstieg im Wesentlichen hinter Ihnen. Zum eigentlichen Gipfel führt rechts ein ausgetretener, zunehmend verflachender Pfad. Oben erwartet Sie – eigentlich nichts. Das Fundament der 1931 durch ein Feuer vernichteten Bergrestauration ist nur noch rudimentär erhalten. Vom einstigen Aussichtsturm, dessen Existenz bis 1936 verbrieft ist, ist nichts mehr zu erahnen. Die einst berühmte Aussicht, die bis zu 10.000 Besucher pro Jahr auf den Berg lockte, ist vollkommen zugewachsen. Südwestlich in den Hängen liegende Trümmerfelder ermöglichen einen eingeschränkten Blick in ebendiese Richtung – der Abstieg dorthin ist dennoch nicht zu empfehlen.

Zurück im Sattel führt der Weg sehr steil durch den Südhang des Berges ins Tal. Unterhalb der Reservatsgrenze ist die Wegführung kurz uneindeutig, da der rechte Forstweg die logische Fortführung scheint, es tatsächlich aber linkshaltend weitergeht. Die Markierung am Baum ist hier nicht sofort zu erkennen. Der Wanderweg führt aus dem Wald heraus und über weitläufige Wiesen hinab nach Srbská Kamenice (Windisch Kamnitz). Der Ortsname wird auf eine slawische Besiedlung zurückgeführt („Wenden“ bzw. „Winden“ als alte Bezeichnung für Slawen).

Einkehr erwünscht? Im Tal folgt die Wanderung der Hauptstraße nach links. In dieser Richtung existiert genau eine Einkehr. In der anderen Richtung liegen mindestens drei Restaurants in Schlagdistanz, so dass Sie den kleinen Umweg in Kauf nehmen sollten, um die Chance, eine geöffnete Einkehr zu finden, zu erhöhen. Folgen Sie hierzu der gelben Markierung, die nach 50 Metern die Straße nach rechts verlässt. Gut 100 Meter weiter, hinter dem Sportplatz, verlassen Sie die ansteigende Straße und laufen unterhalb dieser über die Wiese. Sie erreichen die Touristeninformation, der gegenüber sich die erste Pension befindet. Etwas weiter rechts an der Straße existiert die nächste Gaststätte und etwa 300 Meter darauf eine dritte …

Auch einem vollen Magen gegenüber präsentiert sich das Terrain vorerst wohlgesonnen. Es geht eben im Tal dahin. Ausgehend vom Punkt, an dem Sie die Talstraße erreichten, sind es etwa 150 Meter bis rechts ein straßenbegleitender (Rad-)Weg einsetzt. Dieser misst zwar nur 250 Meter, entschärft aber die unübersichtliche Linkskurve, die die Straße hier beschreibt.

Die Kamenice (Kamnitz) kreuzt die Straße, die Sie 200 Meter darauf – grüne Markierung – nach links verlassen, den Bach nochmals überschreiten und diesem in Fließrichtung folgen. Die Anwohnerstraße endet bald, ein erster Bunker der Schöberlinie säumt den Weg, neun weitere folgen bis zur Grundmühle, wobei sich die wenigsten sofort zu erkennen geben. Während die Kamenice einen kurzen Abstecher durch die enge Ferdinandova soutěska (Ferdinandsklamm) nimmt, müssen Sie mit dem mühsamen Umweg über die Höhe Vorlieb nehmen. Und es geht nochmals mächtig bergan …

Eine breite Forststraße beschreibt das Ende der Steigung, rechts geht es zunächst eben, dann abfallend dahin, bis am Ende der Ausbaustrecke der steile Abstieg ins Tal der Kamenice folgt. Die romantischen Ruinen des Dolský mlýn (Grundmühle) liegen in der kleinen Talerweiterung.

In Wanderrichtung gesehen geht es wenige Meter vor der Mühle nach links weiter. Ein letzter nennenswerter Anstieg will bewältigt sein. Auf halbem Weg nach Kamenická Stráň (Kamnitzleiten) weist die Ausschilderung zu einer Aussicht oberhalb des Kamnitztals – ob sich der kurze Abstecher lohnt, vermag ich nicht zu sagen – ich war noch nicht dort.

Die Fachwerkhäuser des unter Denkmalschutz stehenden Ortes Kamenická Stráň dienen heute oft als Feriendomizil. Während im 18. Jahrhundert bis zu 240 Einwohner in etwa 50 Häusern lebten, ist für 1991 ein einziger Bewohner dokumentiert. Aktuell soll es in den 25 Häusern keine zehn ständigen Bewohner geben.

Die drei Kilometer entlang der (praktisch nicht befahrenen) Straße führen am schnellsten zurück zum Ausgangspunkt. Alternativ können Sie 150 Meter nach den letzten Häusern der gelben Markierung nach links folgen, womit Sie letztlich auf den Hinweg treffen und über diesen zum Parkplatz gelangen. Der Umweg beläuft sich auf 300 zusätzliche Meter.

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